25/02/2009

„Babysitter-Blues“

Gestern Abend, kurz nach Feierabend: der Versuch eine Freundin anzurufen.

Den richtigen Zeitpunkt zwischen meinem Feierabend und ihrem Abendbrot-, Kinder-ins-Bett-bring, Abschalten-Plan zu treffen ist nicht einfach. So auch gestern nicht.

Dafür habe ich ihre ältere Tochter am Telefon. Nach dem Melden nur mit Vornamen kommt auf meine Vorstellung gleich der halb vorwurfsvolle (für eine vierjährige aber erstaunlich wortgewandte) Aussage: „Wir haben uns aber auch schon ganz schön lange nicht mehr gesehen, oder?“

Zerknirschung meinerseits… und eine deutlich bejahende Antwort.

Daraufhin: „Wo bist du denn jetzt?“

Ich erkläre, dass ich jetzt in München wohne und werde sofort gefragt: „Ist das weit weg?“

Definitiv weit weg. Das sage ich auch so.

Die Frage die daraufhin kommt lässt mich schmunzeln:

„Gibt es da vielleicht schon Krokodile?“

Noch nicht ganz. :-)

Aber es wird Zeit mal wieder 12 Runden Memory mit Fantasieregeln zu spielen… und sich eine Ausrede überlegen, warum Babysitter manchmal durch die halbe Republik ziehen müssen

18/02/2009

„Zuagroaste“

Gestern hat mir eine Freundin aus aktuellem Anlass den Link zu einem Artikel auf jetzt.de (Sie sind mitten unter uns) geschickt.

Beim Lesen musste ich sehr lachen, denn entweder bin ich selbst schon in die eine oder andere „Falle“ getappt, habe sofort gedacht, wo in meinem Stadtführer betreffendes auch erwähnt wurde oder habe schon Diskussionen über einige Punkte mitbekommen.

Aber: wie wahrscheinlich ist es, dass man mich auf der Straße sofort als „Zugereiste“ (ja, ich spreche noch so wie andere schreiben…) enttarnen würde?

OK, also bei 57% der 34 Aussagen muss ich spontan sagen: Nein! Nicht gemacht, nicht gedacht, nicht erlebt.

Dazu gehört beispielsweise:

Zeigen immer noch mit dem Finger auf Menschen, die mit Skischuhen und Snowboard durchs Stachus-Untergeschoss laufen.

Dazu sage ich nur: Stachus-Untergeschoss? Sie sind überall! Und das einzige was ich denke ist: Die Glücklichen! Die haben Zeit zum Skifahren / Snowboarden! Und: Ich will auch!

Oder der hier:

Erwähnen sehr oft, dass München ja doch ein Dorf sei.

Dorf? Ich komm vom Dorf! Hallo? Millionenstadt!!!

Zum Thema

- Bestellen Weizenbier.

- Oder noch schlimmer: Cola-Weizen

WeizenBIER bestellt man selbst an der Waterkant eher selten und Cola-Weizen? Komische Mischung. Die „korrekte“ Bezeichnung für das Mischgetränk wird einem allerdings beim Gedanken an die vielgerühmte Political Correctness eher schwieriger über die Lippen gehen.

Auch gut finde ich:

Verwechseln Berg am Laim und Laim.

OK, lesen, Schrift und Karten? Nicht jedermanns Sache. Na gut, ist ein Vorteil, wenn man Leute in Laim kennt, ne?

Weiter im Text: Bei 20% muss ich mich eindeutig als Nordlicht outen! 20 Prozent nur? Ich glaub’s selber kaum! Dafür punkte ich hier bei essenziellen Dingen!

Denn:

Sind nicht bei Lokalisten registriert.

Noch eine Community… Die Lokalisten gibt’s zwar schon länger als das Studi-VZ oder Konsorten (falls ich mich richtig erinnere), fiel damals aber nicht weiter auf, denn schließlich war man bei den Kiezkollegen!

Ein gewichtiger und wichtiger Punkt:

Haben keine Eltern im Münchner Speckgürtel, die sie am Sonntag besuchen könnten, um das Surfbrett aus der Garage zu holen.

Wahr ist’s! Dieser Punkt ist wohl auch am schwersten der eigenen „Tarnung“ hinzuzufügen. Also liebe Münchner: Mindestens dafür werden wir euch auf ewig beneiden! Und Sonntags von Mamas Feiertagsküche träumen…

Dann fehlen noch ein paar Prozente, bei denen ich mit „Noch nicht versucht“ (14%), „Mmh, aha“ (6%) und „Ach, wirklich?“ (3%) antworten würde…

Denn, da Winter ist und ich doch recht neu hier bin, kann ich zu einigen Dingen wie dem Stachus-Springbrunnen, dem Schumanns oder der Tatsache ob ich hier nie wieder wegziehe noch nicht viel sagen. Die Zeit wird’s zeigen. Bis dahin weiß ich dann auch, ob „es mir jetzt taugt„, dass ich anscheinend gar nicht so doll auffalle… Aber das ist eine andere Geschichte.

12/02/2009

Lebenslanges Lernen

Die Woche ist noch nicht ganz rum und ich habe schon wieder unglaublich viel gelernt:

1. Manchmal lohnt es sich doch, kleinstädter-spießig zu fragen: „Bis wann fährt die U-Bahn?“

2. Man sollte nicht bis 3.00 Uhr unterwegs sein, wenn am nächsten Morgen das Büro mit nicht ganz zartem Stimmchen nach einem ruft. Na, immerhin waren noch weitere 2/5 der Belegschaft mit von der Partie…

3. Auch in Kinos mit nur 2 Sälen verirren sich manchmal Menschen! In den netten Kinos kommt dann ein netter Mann vor dem Film in den Saal und fragt: „So, sind hier alle richtig? Hier läuft jetzt „Stilles Chaos“ (empfehlenswert!), alle die „The Dark Night“, „The International“ oder ähnliches sehen wollen: jetzt ist die Chance den Saal noch zu verlassen.“

4. Ja, man kann einen ganzen Nachmittag lang immer wieder an Daim-Mandelkuchen denken… und dann einen Abend später pappsatt noch 1/3 eines solchen verputzen.

5. Man kann auch Hornbrillen, also diese „neumodischen“, schicken, ich-bin-kreativ-zumindest-will-ich-so-aussehen Dinger zerbrechen. Geht ganz einfach! Ich schaff’s beim Brille putzen… Wohl dem, der da doch noch die alte Brille mit ca. einem Dioptrin zu wenig im Umzugsgepäck hat und damit den Weg zu Optiker und Büro findet. Das spart auch gleichzeitig einen Vollrausch: man sieht verschwommen, geht unsicher, einem wird schlecht und wenn’s ganz blöd läuft folgen die Kopfschmerzen auf dem Fuße!

24/01/2009

Der Kampf mit Röhrenjeans und Co.

Heute morgen war es mal wieder soweit.
Die Frage „Was ziehe ich an“ wurde nicht mit der Rolf-Zuckowski-Antwort „Rot oder Gelb das sieht man schnell…“ beantwortet sondern schnell und einfach mit: Die schwarze Röhrenjeans natürlich! Die schwarze Röhrenjeans ist nicht irgendeine Röhrenjeans! Nein, es ist eine von diesen „cheapen“ schwedischen Röhrenjeans, die noch röhriger ist, als die anderen Jeans gleichen Schnitts, die sich so in meinem Schrank tummeln.
Noch nicht ganz fit also denke ich mir: Schwupp! Spring rein in die Hose! Schwupp und Spring waren natürlich nicht drin, statt dessen zerrt und windet man, bis das Ding da ist, wo es hingehört. Und spätestens in dem Moment kommt einem der Gedanke: Warum gibt es eigentlich so viele Klamotten, die allgemein als „sexy“/“stylish“ betrachtet werden, die der geneigten Trägerin (oder auch dem geneigten Träger) aber in Situationen des an- oder ausziehens jedwede Würde rauben?

Zuerst mal zum Anziehen: auch als eher zierliche Person hat man in seinem Leben bestimmt so einige Kämpfe in der Umkleidekabine ausgefochten mit Kleidungsstücken, deren Größenzettelchen sie eigentlich als passend deklarieren. Wenn man dann mit dem Kopf irgendwo zwischen Halsausschnitt und Taillierung festhängt und kurz vor dem Hyperventilieren ist stellt man sich doch teilweise ernsthaft die Frage, ob es nicht am einfachsten wäre jetzt so wie ein geköpftes Huhn durch den Laden zu laufen und um Hilfe zu winseln. Gut, dass man das Teil anprobiert hat und eben solch ein Hilfeschrei nicht in den heimischen vier Wänden verhallt…

Hat man dann doch ein Teil erstanden in das man den Weg findet und welches dann auch noch „sexy“ ist stellt sich einem die nächste Hürde. Denn man wird natürlich geneigt sein, das Ding dann anzuziehen, wenn man auch ebenso sexy aussehen will… Tja, aber wer schon mal versucht hat sich würdevoll aus einer Skinny-Jeans zu winden und schälen während einem jemand dabei zusieht (der einen ja bitte immer noch attraktiv finden soll) weiß, dass die großen Fragen der Menschheit schnell in den Hintergrund treten können! Und auch ein panisch genuscheltes „Aua! Ich häng hier fest“ aus den Tiefen eines eigentlich vorteilhaften Tops zählt wohl eher nicht zu den stimmungvollen Kommentaren. Skurriler werden solche Situationen wohl nur, wenn das Gegenüber ein Fan von Baggy-Pants und Co ist: Ein Blick auf die Gürtelschnalle und das Outfit fällt von allein zusammen.

Das lässt zumindest Vermutungen zu, warum Indie-Mädels so selten Hip-Hop-Jungs zum Freund haben…
Und ich zieh vielleicht beim nächsten Klamotten-Kauf doch Rolf Zuckowski zu rate „Was zieh’ ich an…, was zieh ich an..wenn

11/01/2009

bavarian surferboy

bavarian surferboy, originally uploaded by flickan_ann.

Ich möchte wirklich gerne mal surfen. Wirklich. Das müssen sich meine Freunde jedes Jahr wieder von mir anhören. „Nächsten Sommer, wenn ich Geld habe und Urlaub…“
Die stehende Welle im Eisbach im Englischen Garten hat sich daher auch bis zu mir rumgesprochen.
Genauso auch die Tatsache, dass diese seit einiger Zeit offiziell durch Hinweisschilder („Das Einbringen von Hilfsmitteln zum Wellenreiten…“ oder so ähnlich) für das Surfen gesperrt ist. Nicht, dass ich (vor allem nicht, nachdem ich die Welle gesehen habe) mit dem Gedanken gespielt hätte, mich da als absolute Nichtkönnerin reinzustürzen! Nein!
Dafür war ich heute um so begeisterter, dass ich an meinem ersten Tag in der neuen Heimat die Chance hatte, einen Surfer auf der stehenden Welle beobachten zu können.
Alle Beobachter waren wahrscheinlich gleichermaßen vom Können des Surfers und seiner Widerstandskraft der Kälte gegenüber beeindruckt.
Und meine beiden „Stadtführer“ und ich haben uns alle die Frage gestellt, wo zur Hölle man eigentlich ein Surfbrett mit blau-weißem Rautenmuster herbekommen kann?

23/11/2008

isigt



isigt, originally uploaded by flickan_ann.

Und plötzlich war der Winter da!
Nachdem der Herbst bislang ja eher untypisch warm war, gab es am Freitag hier im Flachland überraschenderweise den ersten Schnee!
Nicht so winteranfang-typisches leichtes Geriesel, sondern über Stunden richtig große Flocken. Der Garten war das reinste Winterwunderland.
Jedes Jahr wieder werde ich beim ersten Schnee zum kleinen Mädchen und würde am liebsten alles stehen und liegen lassen, um das Knirschen unter den Füßen zu spüren, eine erste Hand voll Schnee zu einem Schneeball zu formen und die Stille, die durch den Schnee entsteht zu erleben!