Als Kind durfte ich keinen Gameboy haben. Dementsprechend ist die Erfahrung die ich im spielen von Jump’n'Run-Spielen habe quasi inexistent. Trotzdem drängt sich mir in den letzten Tagen ein Vergleich meines Wegs von und zur Arbeit mit einem solchen Jump’n'Run-Spiel auf.
Ich fahre Rad. Eigentlich kein Problem, der Weg ist nicht sonderlich weit, führt an netten Ecken vorbei und auf dem Radweg ist mal allemal schneller als die protzigen Karren im Feierabendverkehr. Was das ganze zu einem Jump’n'Run macht sind… die Fußgänger! Ich bin mir nicht sicher welchen Teil des durch einen Bordstein, weiße Linien oder ähnliches und mit einem Rad markierten Teil von „Fahrradweg“ die nicht verstehen. Allein bei meinen letzten drei Radltouren habe ich an JEDER Ampel in verärgerte Gesichter von Passanten geblickt, die mir damit anscheinend zu verstehen geben wollten, dass ich doch wohl nicht so unverschämt sein kann ihnen nicht auszuweichen. Auf dem Radweg wohlgemerkt. Noch besser sind die Pärchen, die händchenhaltend den gesamten Radweg blockieren und dann nicht entscheiden können, in welche Richtung sie ausweichen. Oder Frauchen, die ihren Hund nicht an der Leine hält. Das arme Ding kann ja nicht wissen, dass es sich nicht unbedingt auf dem Radweg hinlegen muss…
Wenn man also für jeden Passanten, über den man hinwegspringt, sagen wir, 100 Punkte bekäme, für Pärchen 200 und kleine Dinge wie beispielsweise Hunde als Bonuspunkte einsammeln könnte, dann wäre ich wahrscheinlich nächste Woche bereits im finalen Level. Die ultimative Herausforderung die dann da wartet ist der Sprung über die 2 Bonzenkarren, die auf dem Radweg geparkt sind („Radweg? Ich park hier immer, wenn ich zu meiner Süßen will!“). Das gibt dann 1.000 Punkte auf einen Schlag und Feuerwerk zur Siegesfeier.
Am Wochenende kauf’ ich mir einen Fahrradhelm. Dann wird’s ernst.
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